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Reiseberichte aus
ISLAND

 
     

 

   

10 Tage etwas ganz Besonderes

 
   

Sie fragen nach meinen Tagen auf Island? Das war etwas ganz Besonderes, etwas, das nicht leicht zu beschreiben ist, denn neben den Naturerlebnissen spielten auch die inneren Erlebnisse eine große Rolle.
Wir waren eine Gruppe von 5 Frauen und 3 Männern, genau richtig für so einen Renault – Bulli, in dem uns Thelma - sie ist mit Leib und Seele Isländerin - zu den kraftvollen und mythischen Orten im Südwesten der Insel chauffierte.
Der Zeitraum für die Begegnungen mit der „Insel aus Feuer und Eis“ war gut gewählt, denn zwei große Ereignisse fielen hier hinein. Die Zeit der Nordlichter zum Märzneumond und die darauf folgende Sonnenfinsternis.
In der Nacht des Neumondes saßen wir mitten in den Bergen bei sternenklarem Himmel in einer heißen Quelle, und über uns spielte sich das Schauspiel der Nordlichter in immer wechselnden Farben und Formen ab. Was uns am meisten beeindruckte, war eine weiße Lichterscheinung genau über der Quelle, einem Engel gleich, der nicht dem Wechselspiel der Farben und Formen unterlag und uns das Gefühl einer warmen Geborgenheit gab.
Um Mitternacht zelebrierten wir noch Olafs Geburtstag mit Haifisch und Rum und natürlich einer Kerze.

Einen ebenfalls unglaublich faszinierenden Ort suchten wir gleich nach unserer Ankunft auf. Wir waren kurz vor dem Ziel mit dem Bulli im tiefen Schnee stecken geblieben, also stiegen wir aus und stapften durch den Schnee weiter. Der Bus wird sich schon nachher bewegen lassen.
Zuversicht und Vertrauen, das war etwas, was uns hier begegnete.
Und dann der ORT! Mitten im Schnee, umgeben von Bergen lauter brodelnde Kochtöpfe, nicht explodierend, sondern einfach vor sich hinblubbernd! Ich musste an die Kochtopfrevolution der Isländer nach der Bankenkrise denken. Wir garten den Begrüßungsstockfisch ein wenig in den heißen Löchern. Auch der isländische Weihnachtsmann soll hier seine Gaben für die Kinder gebacken haben. Oder war es eher der Teufel, denn es stank verdammt nach Schwefel.
Natürlich ließ sich der Bulli nachher bewegen, denn wir hatten Kraft und Energie gesammelt.

Was ging in uns vor, wenn wir an den reißenden Flüssen entlangwanderten, deren stürmische Wasserfälle in leuchtendem Blau herunterschossen??

Dieses unglaubliche Blau,
was uns auch im Schnee und im Gletscher entgegen leuchtete.
Konnten wir Ballast hineinwerfen und unsere Sorgen hinterher?? Uns von den Farben inspirieren lassen??
Jedenfalls hatten uns die meditativ – tantrischen Rituale in unserer kleinen Kirche auch für solche Gedanken geöffnet.

Bei strahlendem Sonnenschein erlebten wir den Mittelpunkt der isländischen Kultur, den alten Thingplatz in Thingvellir. Was für ein Gefühl war es, in der Spalte zwischen eurasischer und atlantischer Platte entlang zu gehen?? Gibt es einen Ruck, und wir verschwinden, werden wir verschluckt?? Mein in Reykjavik erworbener Magnet zeigt einen kleinen eisschleckenden Wikinger zwischen den Basaltwänden in der Erdspalte mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf: „Which side is Europe?“
Dazu kam das Geräusch der herabstürzenden Wasserfälle, die sich in der Ebene zu einem großen See ergossen.
Was für einen kraftvollen Ort hatten sich die Isländer für ihre Versammlungen erkoren!! Ohne Technik warfen die Basaltwände alles,was gesagt und verhandelt wurde, zum Volk zurück.

Der bewegenden Orte gab es noch viele: Das älteste Bad, umgeben von kleinen Geysiren (hier zelebrierten wir das Rebirthing-Ritual) - die Basaltsäulen an der Südküste mit dem tosenden Meer (eine Welle hätte mich fast für immer verschlungen), - die Sauna am See, in der einfach die heißen Schwefeldämpfe durch einen Holzrost uns zu Kopf stiegen, - der lange Damm ins Meer hinaus gegenüber den Westmännerinseln, auf dem wir die Sonnenfinsternis beobachteten und völlig durchfroren unsere Glieder nicht mehr rühren konnten, - oder unser Lokal in Uthlid, das uns mit wohlschmeckendem Essen versorgte.

Wir trotzten in diesen Tagen allen Elementen,
dem Sturm, dem Glatteis, Hagel, Schnee und Regen, denn wir konnten im Ferienhaus unsere Glieder und Sinne im Hotpot wieder erwärmen.

Ein besonderer Ort der anderen Art war die kleine Kirche im Feriendomizil. Hier begegneten wir bei Meditation und tantrischen Ritualen unseren eigenen Elementen.
Wir erschufen uns neu, indem wir unsere Körper mit Erdfarben bemalten. Wir versuchten beim Trommeln unseren Rhythmus zu finden. Wir entspannten bei Tanz und Massagen.

Ein Ritual, in dem wir uns selbst und unserem Gegenüber näher kommen konnten, war die Frage: Könntest du dir vorstellen, mit mir durchs Leben zu gehen?
Dieser Abend brachte uns aus dem Gleichgewicht, aber die weiteren Tage waren offener und vertrauter.
Wir beendeten unser Zusammensein mit einer Atemmeditation, in der wir zu uns selber zurückkehren und uns auf unsere eigenen Kräfte zurück besinnen konnten.

Es fehlt noch die Geschichte von den Schattenwesen, die im Verborgenen in besonders großer Zahl auf dieser Insel leben. Sie sind da, aber nicht sichtbar.
In der Sage sagt Gott:“ Was heute nicht sichtbar ist, wird immer verborgen bleiben.“
Ich glaube, Gott hatte nicht ganz recht, denn wir haben in den Islandtagen wohl auch unsere eigenen Schatten geschaut und vielleicht sie ein wenig ihrer Macht über uns enthoben.

Die Reise endete in Reykjavik. So genau wusste ich nicht, was ich in dieser lavagrauen Stadt, nach all den elementaren Naturereignissen, sollte.
Doch dann zogen wir los, genossen die vielen verschiedenen Menschentypen, die Überschaubarkeit der Stadt und einige architektonische Highlights, die die bizarren Formen und die Lichtspiele der Insel widerspiegelten.

„Diese Tage auf der Insel,“ so meinte Olaf, „waren wie ein einziger Geburtstag.“

Ute
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Island-Tantra-Reise März 2015

Am 6. Januar saß ich am Frühstückstisch. Plötzlich fiel mir die Islandtantrareise ein.
Was war das noch für eine Reise? Wann ist sie? Ich war innerlich ganz aufgeregt, belebt, freudig und auch ängstlich. Ich informierte mich. Sie zog mich an. Abenteuerlustig entschied ich mich und meldete mich am selben Tag an.

Voller Vorfreude und Aufregung trat ich die Reise an.
Mir war beim Landen schlecht geworden. Während der langen Fahrt im Auto wurde es kaum besser, außer an den ersten Quellen im Schneegestöber in Seltún. Brodeln und Dampfen kam uns entgegen. Mit einem Begrüßungsritual mit Stockfisch verbanden wir uns mit diesem Land und sammelten verschieden farbigen Lehm.

Gewaltige, lebendige, beeindruckende, vielfältige, wundervolle Naturereignisse begleiteten uns Tag und Nacht. Sie rüttelten, überraschten, beruhigten, erstaunten, liebkosten, erwärmten, erweichten uns, berührten uns tief. In der tantrischen Erfahrung mit den Naturereignissen spiegelte es tiefer in unser Dasein, Miteinander und Gegenüber hinein. Lachen und Weinen, Dasein und Rückzug, Licht- und Schattenreich, Aufgewühltsein und Ruhe, Mitgehen und Widersetzen, zulassen und sperren, Altes und Neues – Gegensätze im Außen und Innen erlebte ich intensiv. Selbsterkenntnisse und neue Entscheidungen traten ins Bewusstsein. Die Natur ist der Bestimmer. Gegen diese Kräfte anzugehen ist anstrengend, gefährlich und zum Teil lebensbedrohlich. Mit ihr zu fließen ist leicht und alles fügt sich bestens. Die Natur ist wie das Leben. Die Natur, das Leben, der Mensch ist voller Kraft und Wunder. Die Natur ist so präsent, ganz da, mit allem. Mensch trau dich auch ganz präsent und da zu sein, so wie du bist, einzigartig!

Danke für diese Reise, in der ich mich wieder ein Stück mehr kennenlernen konnte, vom Leben lernen durfte:
loslassen, annehmen, zulassen und geliebt, gewollt, geschützt, getragen und gehalten zu sein.

Danke Thelma und Olaf für eure Vorbereitungen, Begleitung, Unterstützung und Führung durch diese äußere und innere Reise.

Tabea
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